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Schloss Lednice
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Merk- und Denkwürdiges

1
Wie die Liechtensteiner zu ihrem Namen kamen?

Es war so. Es lebte einmal ein armer Bergmann, der die ganzen Tage unter der Erdoberfläche Kohle abbaute. Wenn die Sonne aufging, war er schon auf den Beinen und wenn sie abends hinter dem Horizont verschwand, arbeitete er immer noch. Er lebte bescheiden und arm, aber weil er tüchtig und fleißig war und sich über sein Schicksal nicht beschwerte, nahm er alles, was ihm die Natur schenkte, ohne Widerstand an.

Eines Tages erschien ihm in einem Stollen eine Fee. Oder mindestens nahm er an, dass es eine übernatürliche Gestalt war – wie sollte auch ein zierliches, kaum angezogenes Mädchen so viele Meter in den Untergrund gelangen? Mit ihrer zarten Hand zeigte sie auf eine Stelle im Felsen und sagte: „Grabe hier“! Danach verschwand sie (ein weiterer Beweis dafür, dass es kein gewöhnliches Dorfmädchen war). Natürlich wagte er nicht, nicht zu gehorchen und begann sofort da zu graben, wohin sie gezeigt hatte.

Es war eine harte Arbeit, aber weil er nicht aufgab, lockerte sich der Felsen mit einem lauten Krachen. Vor ihm öffnete sich ein schwarzer Raum, der von einem großen Diamanten ausgefüllt war. Vor lauter Staunen betäubt, wischte er sich den Schweiß aus der Stirn, schob den Stein in die Tasche und weil er ein ehrlicher Mensch war, ging er mit seinem Fund gleich zu dem Fürst, dem das Landstück gehörte.

Der Fürst war kein herzloser Mensch. Die Ehrlichkeit des Bergmannes rührte ihn so sehr, dass er ihm den glänzenden Schatz zurückgab und ihm noch ein kleines Feld schenkte, das er  nur für sich bewirtschaften durfte. Dem ehrlichen und guten Menschen ging es gut. Bald fand er eine Frau, mit der er viele gesunde und kräftige Kinder hatte und die hatten dann weitere Nachkommen... Und das ganze Geschlecht nannte sich als Erinnerung an den glänzenden Stein Jahrhunderte später Liechtensteiner (es kommt aus licht-stein).

Obwohl es wahrscheinlich ganz anders war :-)

2
Wo nahmen Liechtensteiner genug Geld für den Bau eines so großartigen Areals her?

Schwer zu glauben, dass jemand, der so ehrlich war wie der Urvater Liechtenstein, so viel Geld erwarb, um einen Sitz wie Lednice oder Valtice zu bauen. Von weiteren Pavillons, Teichen, wunderschönen Parkanlagen und Gärten ganz zu schweigen. Es war wirklich nicht so koscher. Die Liechtensteiner bereicherten sich durch den Kauf von billigen Möbeln, die von den nach der Schlacht auf dem Weißen Berg hingerichteten Herren beschlagnahmt wurden. Zuerst lebten die Liechtensteiner vom Militärdienst, aber zu Beginn der Rennaissance fingen sie an, ein Unternehmen auf ihrem Landbesitz aufzubauen.

Auf jeden Fall gilt auch hier wie gewonnen, so zerronnen. Ein Beispiel dafür ist das Geschlecht der Sirotek, denen Lednice früher gehörte. Und nicht nur das: Um die Jahrhundertwende des 12. und 13. Jahrhunderts besaßen sie auch Valtice, Mikulov, Klentnice und weitere Dörfer der Umgebung. Die Verwaltung erwies sich als zu schwieriges Geschäft und als eines Tages ein launenhafter Herr auf dem Thron saß, hatten sie gegen ihn keine Waffe. Sie konnten nicht verhindern, dass er alles vertrank, mit Geliebten und beim Kartenspielen verlor. Ihren Landbesitz mussen sie wegen Schulden verschenken oder billig verkaufen.

Die Liechtensteiner arbeiteten im Vergleich zu ihnen ein „inneres System“ aus. Hier herrschte die Geschlechterhierarchie: Grundprinzipien und Regeln garantierten, dass der Besitz durch zweifelhafte Erbschaften, Heiraten und langsamen Verkauf zersplittert wurde. Wenn ein Herr geboren wurde, der sich eher dem Glücksspiel, dem Alkohol oder Geliebten als der Wirtschaft widmete, ließen sie es ruhig zu, dass er pleite machte, zahlten dann ehrlich seine Schulden, aber er konnte sich nie mehr in der Wirtschaft oder in der Politik zeigen. Dieses System funktionierte bei den Liechtensteinern mehr als 800 Jahre. Sie haben Lednice und Valtice restauriert, ein wunderschönes Areal angelegt – und dann mussten sie das alles ohne Ersatz an die Kommunisten abgeben. Dabei hielten sie den Nazis gegenüber stets strenge Neutralität.

3
Warum steht in Lednice keine Eiche der tschechisch-sowjetischen Freundschaft?

Dass das kommunistische Regime ungerecht und grausam war – das dachten (und denken) sich sicher nicht nur die Liechtensteiner. Ein Beweis dafür ist eine Geschichte aus dem Jahr 1968.

Im Lednicer Schlosspark wurden im Jahre 1960 zwei Bäume (Linde und Eiche) als Symbol der tschechisch-sowjetischen Freundschaft eingesetzt. Als nach der Besatzung im Jahre 1968 dieses Kleinod eine russische Delegation (angeblich mit L. I. Brežnìv) sehen wollte, war sie unangenehm überrascht. Eine Nacht vor dem geplanten Besuch hatte jemand die Eiche gefällt und irgendwohin gebracht, versteckt und zerstört. Die Polizei, die StB (tschechische Stasi), der KGB, die tschechische und russische Armee – alle suchten den tüchtigen Holzfäller (gestatten Sie mir, ihm hier Ehre zu erweisen!), aber vergeblich. Auch viele Fahndungsplakate halfen nicht, die demjenigen 20 000 Kès anboten, der „den Feind des Regimes“ verrät.

Bis heute wurde er nicht gefunden. Heutzutage versucht der Verein des Projekts „Das Wunderbare Lednice“ ihn zu finden, das außerdem diesen neuen Namen für den Ort durchsetzen will.

4
Wird man im Lednicer-Valticer Gebiet wieder auf die Jagd gehen?

Wahrscheinlich nicht. Auch wenn ein gewisser ungenannter Ingenieur aus Charvátská Nová Ves die Jagden wieder aufleben lassen will und zu diesem Zweck auch schon den Wildgarten mit dem Obelisken umzäunt hat. Dabei wurden die Jagden im Schlosspark schon im Jahre 1806 von Jan II. von Liechtenstein verboten.

Gegen die Idee des Ingenieurs hat sich der Verein des Projekts „Das Wunderbare Lednice gestellt und dazu kommt sicher nicht nur ein begeisterter Naturfreund hinzu. Außerdem beschränkt der Zaun um den Obelisk herum den freien Zugang zu dieser Sehenswürdigkeit – Fußgänger kommen durch den Durchgang hindurch, aber für Behinderte mit Autos ist er jetzt unzugänglich. Dies widerspricht den Prinzipien von UNESCO: die Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit.

Begeisterte Jäger haben in dieser Hinsicht keine zu hoffnungsvolle Aussichten. Den Touristen aber muss die Jagd nicht fehlen – sie können hier sowieso ausreiten und auch ein reiches Festmahl wartet auf sie ab und zu auf der Johannesburg.

5
Hat der Name Lednice (übersetzt der Kühlschrank) etwas mit einer Tiefkühltruhe gemeinsam?

Vielleicht sind Sie überrascht, aber die Antwort ist: ja. Der Großteil des Lednicer Areals befindet sich in Senke an Flußbetten und Sammelbecken, deshalb kommt es hier zur Inversion. Die warme Luft steigt auf, die kalte bleibt im Tal wie „in einem Kühlschrank“ (in Lednice). Es ist hier wirklich kälter als in der Umgebung. Wenn Sie nach Lednice im Winter oder im Spätherbst und im Frühjahr kommen, empfehlen wir Ihnen, Handschuhe und einen warmen Pullover nicht zu vergessen.

Außerdem existierte das Dorf Lednice schon im Jahre 1000 n. Ch., aber ursprünglich hieß es Izgruobi. Lange blieb die deutsche Bezeichnung Eisgrub (ca. seit dem 12. Jahrhundert) erhalten und erst im Jahre 1945 erhielt den gegenwärtigen Namen. Wenn es mit dem Projekt des Vereins „Das Wunderbare Lednice“ klappt, wird es bald auf das majestätische Attribut stolz sein.

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Wissen Sie…

Wissen Sie, dass die Sandsteingebilde in Adršpach-Teplicer Felsen merkwürdige Namen haben? Es gibt hier versteinerte Liebhaber, den Bürgermeister und die Bürgermeisterin, den Zuckerhut, Rübezahls Lehnstuhl und den Krug.