Èesky | Deutsch | English
Schloss Lednice
Schlossgewächshaus
Aquarium Malawi
Minarett
Johannesburg

  Öffnungszeiten:
April und Oktober:
täglich außer Montag von 9 bis 16 Uhr
Mai - September:
Täglich außer Montag von 9 bis 17 Uhr
(Mittagspause von 12 bis 13)
 
  Eintritt:
Erwachsene: 40 Kè  
Kinder, Studenten, Senioren, Behinderte: 20 Kè 
 
 

Minarett

Es war einmal ein... Minarett! – mitten im Lednicer Areals (ca. zwei Kilometer vom Schloss entfernt). Eine sehr unwahrscheinliche Vorstellung, aber für viele Leute, die über die Gründe der Entstehung groß nachdenken möchten, könnten die folgenden Gedanken eine Anregung sein. Mitteleuropa war immer ein christliches Land und eher als „den heiligen Krieg“ kannte es „brudermörderische Kämpfe“ zwischen Katholiken und Protestanten. Hatte wohl ein Liechtensteiner eine Muslime als Liebhaberin? Oder wollte er sich mit Gott vergleichen und ihm seine Unerschrockenheit beweisen? Oder wie war es eigentlich?

Laut einer alten Sage wollte der große Kunstmäzen Alois Josef I. von Lichtenstein anstelle des heutigen Minaretts eine Kirche bauen. Die Untertanen waren aber dagegen (wer weiß, warum), sie konnten sich auf der Baustelle nicht einigen und dies brachte Alois aus dem Häuschen. Um ihnen seine Macht zu zeigen, wollte er just eine Moschee mit Minarett bauen. Da sich der Sanduntergrund bewegt, was typisch für die Thayagegend ist, wurde es nicht möglich den großen Plan zu verwirklichen. Es begann und endete mit dem Minarett.

Historiker legen eine weniger attraktive Version dar. Im Schloss und in der Umgebung finden wir (oder konnten sie früher finden) chinesische Paläste, türkische Bäder, einen römischen Obelisk, eine Schweizer Brücke... also warum nicht auch ein moslemisches Minarett? Die Liechtensteiner ließen es hier wahrscheinlich bauen, weil es ihnen gefiel. Sie ahnten ja nicht, zu wie großem Gerede sie anspornten.

Auch wenn wir die politische und religiöse Bedeutung des Minaretts nicht beachten (die es weder je hatte noch haben wird), können wir es trotzdem zum bemerkenswertesten romantischen Bau des Lednicer Areals erklären. Die Maurische Architektur in dieser Gegend war und ist bis heute völlig einzigartig. Von dem Baumeister Josef Hardmuth war es eine mutige Tat. Und das ist kein Wunder. Er war sicherlich ein Mensch, der die Herausforderung und das Risiko liebte – wie sonst konnte er sich von einem Maurergehilfen zum Hofarchitekten emporarbeiten?  Hardmuth ist der Urheber vieler Bauten des Lednicer-Valticer Areals, aber die meisten von uns kennen ihn eher als den Bleistifterfinder. Vielleicht konnte er mit der Zeichenkohle nicht so gut zeichnen, deshalb erfand er den heutigen klassischen Bleistift im hölzernen Griff. Im Jahre 1790 übergab er seine Entdeckung der Öffentlichkeit und begann in seiner eigenen Bleistiftfabrik zu arbeiten, die später nach Budweis umzog und das Fundament für die weltbekannte Gesellschaft Koh-i-noor bildete.

Jetzt sind wir vom Thema etwas abgewichen. Es ist egal, womit Hardmuth seine Entwürfe des Minaretts zeichnete, auf jeden Fall gelangen sie ihm. Mit dem Bau begann man im Jahre 1797. In den Fundamentgraben wurden viele Holzpfähle und Pfosten geschlagen. Es gelang damit das Grundwasser zu „überlisten“ und die Senkung, das Fallen, die Rissbildung usw. zu verhindern, alles was die Nutzungsdauer des Minaretts gefährden könnte.

Die Mitte des Gebäudes bildet ein 59,39 m hoher Turm, zu dessen oberen Außensteg 302 Stufen führen. Wie Ringe wird er von drei überdachten Galerien umspannt, von denen aus Sie bei dementsprechender Höhe alles sehen können. Z. B. den umliegenden Park, das Naturschutzgebiet Pálava, die Weißen Karpaten (Bílé Karpaty) oder sogar die Spitze des Turmes vom Stephansdom in Wien. Um so einen hohen Turm bauen zu können, wurde hier ein spezielles Spiralbaugerüst aufgestellt. Die Arbeiter fürchteten die ungewöhliche Konstruktion und wollten sie nicht betreten. Ihre Befürchtungen machte erst ein kaiserlicher Korporal eines berittenen Regiment zunichte, der bis nach oben ritt, ohne dass sich ein Teil des Baugerüsts bewegte. Das Minarett konnte dann ohne weiteren Zwischenfälle vollendet werden.

Wenn Sie heutzutage hierherkommen, wird Sie nichts (außer Höhenangst oder Faulheit) daran hindern, die Aussicht von der höchsten Galerie aus zu genießen. Den ersten Stock des Minaretts bilden acht Säle, in denen die Liechtensteiner ihre Sammlung der Gegenstände aus dem Orient hatten. Den Boden bedeckt ein Steinmosaik und die Decke und Wände schmücken zickzackförmige Inschriften in maurischem Stil. Hoffentlich wird alles bald zugänglich und wir sehen mehr als nur die Wendeltreppe.

Greifvögelshow
Schifffahrt
Kutschfahrt
Merk- und Denkwürdiges
Touristische Ziele in der Umgebung
map
Touristische Informationen
Akce
Hotel My Hotel
Preis ab: 39.0 € Person/Nacht
Hotel Garni 1.PLAVEBNÍ
Preis ab: 33.8 € Person/Nacht
Pension Zámeèek La Veneria
Preis ab: 24.5 € Person/Nacht
Hotel Apollon
Preis ab: 28.0 € Person/Nacht
Wissen Sie…

Wissen Sie, dass Karlstein ihre eigene „Èachticer“ Frau hatte, die auf eine abscheuliche Art vierzehn Leute umbrachte? Die Geschichte der Burg ist von vielen Sagen umwoben. Zum Beispiel eine über den blinden Musiker, dessen Hund Braunschweiger Fürst vom Vergiften rettete.